Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
239
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Zweyter Abschnitt. 239

dieser neue Irrgläubige sich einen gnostischen Lehr«begriff von der christlichen Religion gemacht habe.Unterdessen ist soviel gewiß, daß in der ersten Kirche A'«'o»M.viele den Mclchisedek für einen Engel, und nicht für ^5. "5einen Menschen gehalten haben. Dpdimus vonAlcrandrien und Origenes selbst sind dieser Mey-nung sehr geneigt gewesen.

Man kann die Gottheit Jesu Christi nicht leug-nen , ohne die Dreyeinigkeit in der Gottheit zu leug-nen. Die Theodorianer mußten dieses nothwen-dig thun; und ob sie gleich mit der rechtgläubigenKirche darinnen einstimmig zu seyn schienen, daßsie die wunderbare Empfangniß Jesu Christi durchden heiligeil Geist lehreten: so mußte dennoch ihrheiliger Geist etwas anders, als eine von dem Va-ter und Sohne unterschiedene Person in der Gottheitseyn. Aber so viel ist auch unstreitig, daß sie denUnterschied dreyer Selbstständigkeiten in der Gott-heit nicht so offenbar bestritten haben, alsprareas,welcher unsern Erlöser der Gottheit auf eine andereWeise als Theodoms beraubete, und die Dreyei-nigkeit offenbarer leugnete.

praxeas, welchen man in die Zeit Victors, T'-?-,«//. »5oder Zephyrins, welche Bischöfe in Rom waren,zu setzen pfleget, war nach Terrullians Beschrei. ^bung ein unruhiger Geist. Er war wegen des ^ ^Glaubens einige Zeit gefangen gewesen, und stund,weil er ein Bekennet war, bey den Christen in kei-nem geringen Ansehen. Er hatte der Kirche in Rom einen wichtigen Dienst durch die Entdeckung dermontanistischen Irrthümer geleistet. Allein, erließ sich selbst verführen, eine von den Grundwahr-heiten des Evangclii umzustoßen. C?r behauptete,I , «daß