240 Geschichte der christlichen Religion.
daß der Vater und Jesus Christus eine und ebendieselbe Person wäre, und gab also die Namen, Va-ter, Sohn, und Geist, für bloße Verhältnißnamenverschiedener Offenbarungen und äußern Handlun-gen eines Gottes aus. Eben der Gott, der sichden Vater der Menschen nannte, war seiner Lehrenach, Mensch geworden, von der Jungfrau Mariagebohren worden, hatte gelitten, war gestorben undwieder auferstanden. Diese irrige Lehre wurde imAnfange nicht gleich entdeckt, weil sie der Lehre derRechtgläubigen wegen der gleichen Ausdrücke ahn-lich zu seyn schien. Allein Terrullian entlarvete sie,und praxeas gab sogar im Anfange einen schriftli-chen Wiederruf von sich, an welchen er sich aber inder Folge nicht kehrete, als er nach Africa überge-gangen war. Hier scheint er noch einen stärkernAnhang, als in Rom , erhalten zu haben.
Theodorus von Byzanz und prareas ver-warfen beyde die geheimnißvolle Lehr»der Dreyeinig-keit; jener, weil er die Gottheit Jesu Christi leug-nete; dieser, weil er glaubete, daß er die EinheitGottes aufhübe, wenn er Selbständigkeiten in derGottheit bekennet?, welche auf eine wirkliche obgleichunbegreifliche Weise von einander verschieden wä-ren. Jener verfälschte die Aussprüche der Schrift,seinem Irrthume zu gefallen; dieser ließ sie zwarstehen: aber weil er fand, daß in der Offenbarungdem Menschen Jesu Christo göttliche Eigenschaftenzugeeignet wurden: so hielt er lieber dafür, daß sichGott durch denselben bloß offenbaret hätte. JmGrundehub also Praxis die Lehre nicht auf, daß unserJesus ein Gottmensch wäre. So deutlich ist dieWahrheit von der Gottheit unsers Erlösers in der
Schrift