Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
241
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Zweyter Abschnitt. 241

Scl?n'ft gegründet, daß der eine lieber die Dreyei-nigkeit leugnen, als dieser Wahrheit Gewalt anthunwill; der andre aber, der sie leugnet, Weil er seinenIrrthum nicht aus der Offenbarung beweisen kann,seine Zuflucht zu Verfälschungen derselben nehmenmuß: so muß der Irrthum selbst, er mag noch soscheinbar seyn, zu stärkerer Befestigung der Wahr-heit dienen.

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Von den

Irrthümern der Montanisten.

^^>ollen, scheinbare Irrthümer in der Religion kei-^---^ nen Eindruck in unsere Gemüther machen: somuß der Mensch bey ihrem Anblicke entweder gleichzur Quelle aller göttlichen Wahrheiten, zu der heili-gen Offenbarung, zurückgehen, und sehen, ob sie ausdeutlichen Auösprüchen derselben bewiesen werdenkönnen, oder er muß sie, wofern solche nicht daherfließen, auf dem Wege der Untersuchung zu ihremersten Ursprünge verfolgen. Denn es fehlet vielenLehrsätzen nicht an einem gewissen Glänze, welcherverführen kann, ob sie gleich noch so sehr irrig sind,wofern sie in dem Zusammenhange mit andern Irr-thümern betrachtet werden. Wenn e6 Bache gäbe,die aus trüben und vergifteten Quellen entsprängen,durch ihren weiten Lauf zwar Heller würden, dennochaber giftig blieben, und eben deswegen destomehrschadeten, je leichter man sie ihrer Klarheit undDurchsichtigkeit wegen für ein gesundes Wasser hal-ten, und verführet werden könnte, den Tod darausU. Theil. Q ju