Zweyter Abschnitt. 245
tsn aber vornehmlich darinnen, daß sie die Aussprü-che einiger Schwärmer und Schwärmerinnen fürgöttliche AuSsprüche hielten. Es geschieht ihnen zuviel, wenn man den Montan beschuldiget: Er habesich selbst für den heiligen Geist, den paraclec oderden Fürsprecher gehalten wissen wollen , und ebenso wenig haben ihn auch seine Anhänger dafür ge-halten. Seine Irrthümer betrafen die Lehre von derBuße, die Lehre von der Ehe und Keuschheit, unddie Lehre von der Standhaftigkeit in Verfolgungen.Monranus verlangte, daß die Kirche denen Christen,welche nach der Taufe in grobe wissentliche Verbre-chen fielen, die in der Schrift Todsünden genanntwerden, keine Vergebung derselben ertheilen sollte,wenn sie sich auch der Kirchenbuße unterwürfen. Je-doch lehrete er nicht, daß sie auch bey Gott keineVergebung zu hoffen hatten. Man kann die Ab-sicht dieser seiner Foderung am besten aus seinen eige-nen Worten schließen, welche Tcrrullian aufbehal-ten hat. Die Rirche, sagte er, hat die Macht, 7-^«//. </-die Sünden zu vergeben; allein, ich rvill sienicht vergeben, damit die Menschen nicht noch ^ ^'mehr sündigen mögen. Er führete auch außerden in der Kirche schon üblichen Fasten neue Artenderselben ein, besonders eine Art des Fastens, welchedarinnen bestund, daß seine Anhänger zwo Wochennach einander nichts als trockene Speisen aßen.Diefes Fasten wurde daher die Terophagiegenannt.
Was die Lehre voin Ehestande anbetraf: so er- Te?',«//.^-klarte Montan die erste Verheirathung für zugelas-sen, die andere aber für ein eben so großes Verbre- ^chen, als den Ehebruch, ohne Zweifel aus eben den
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