Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
248
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248 Geschichte der christlichen Religion.

rer Reife und Vollkommenheit gekommen. DieAusgießung des heiligen Geistes über die Apostelhatte nicht alles vollendet. Die Lehren des Glau-bens waren zwar alle geoffenbaret worden, und zudiesen durfte, selbst nach den Montanisten, nichtsmehr hinzugesetzet werden. Allein, die Beschaffen-heit der ersten Zeiten der Kirche hatte es, wie dieseSchwärmer glaubeten, nicht zugelassen, der Kirchen-zucht diejenige Vollkommenheit zu ertheilen, der siefähig war.

Nichts war mehr zu beklagen, als daß ein so6/,o,5, ^ großer Vertheidiger der christlichen Religion, als^?/,. ^c/. Terrullian, sich verleiten ließ, dieser Partey durch/>>F->. Vertheidigung ein größeres Ansehen zu geben,als sie ohne ihn niemals erhalten haben würde. Erwar ein Africaner und von Carthago gebürtig. SeinVater war ein Centurio unter dem Proconsul vonAfrica. Man weis nicht, zu was für einer Zeit, unddurch was für eine Veranlassung, er das Christen-thum angenommen habe. Er erhielt, man weisnicht, ob in Rom, oder in Carchago, die Würde ei-nes Presbyters. Vierzig Jahre lang blieb er in derGemeinschaft mit den rechtgläubigen christlichen Ge-meinen, bis er im Anfange des dritten Jahrhun-dertes zu der Partey des Montcmuö und seiner An-hänger übertrat. Man muß die Ursachen, die ihn, zu dieser Trennung von der Kirche bewogen haben,mehr errathen, als gewiß bestimmen. Hierony-</e !v/>. ?^ muh schreibt die Schuld derselben dem Neide und^ dem beleidigenden Bezeigen der römischen Geistlich-

keit gegen ihn zu. Jedoch die vornehmste Ursachedavon ist unstreitig in seinem eigenen Charakter zu su-chen. Weiu, man sein Lobredner seyn will: so muß

man.