Zweyter Abschnitt. 249
man, wie Balzac, von ihm reden. So traurig, als ^er auch ist, so ist er doch angenehm. Man sieht ^-seine Dunkelheit als ein Meisterstück von feingcarbei-tetem Ebenholze an, Er ist eine africanische Schön-heit, welche sehr oft die italienischen übertrifft. Sei-ne Schreibart ist wirklich eisern: allein es ist einEisen, aus welchem er vortreffliche Waffen geschmie-det hat, die Ehre und Unschuld des Christenthumszu vertheidigen, Waffen, mit welchen er die Va-lentinianer überwunden, und den Marcion durch-bohret hat. Allein, wenn man Tertullians Cha-rakter nach dem Leben gezeichnet sehen will: so mußman das Gemälde betrachten, das Malebranche M,/^--. e/svon ihm entworfen hat. Termllian besaß eine ^^s'tiefe Gelehrsamkeit: allein er hatte mehr Gedacht- ^./^niß, als Urtheilskraft. Seine Phantasie war durch-dringender und weitläuftiger, - als sein Verstand.Seine Seele war überdieß in einem gewissen Ver-stände träumerisch. Seine Ehrfurcht gegen dieTraume Montans und seiner Prophetinnen, ist einunüberwindlicher Beweis seiner Schwachheit im Ur-theilen. Dieses Feuer, diese Aufwallungen , dieseAnthusiasmen über Kleinigkeiten bezeichnen sehrdeutlich das Ausschweifende seiner Phantasie. Wieviel Unordnung in seinen Vergrößerungen und Fi-guren! Was für prächtige Gründe, die nur beweisen,weil sie schimmern, die nur überreden, weil sie denGeist betäuben und hinreißen? Man setze hinzu,daß Terrullian, ehe er noch zu der Partey des Mon-tanus trat, seines schwarzen africanischen BlutcSwegen, schon eine mehr als strenge und übertriebeneMoral hatte; Man erinnere sich, daß er alt war,daß vielleicht die Bischöfe an einigen Orten in der
Q 5 Slrcn-