Zweyter Abschnitt. 25z
eine Geschichte der Wahrheit genannt zu werden.Die mannichfaltigen und so künstlichen Lehrgebäudeder Irrenden thaten unstreitig den Lehren Jesu Chri-sti einen großen Abbruch, ungeachtet he alle sehrzeitig aus der Gemeinschaft der rechtgläubigen Chri-sten verwiesen wurden. Sie hinderten theils dieAusbreitung der Religion; theils hatten sie auch ei-
gefährlichen Einfluß in d^n Glauben der wah-ren Gemeine Jesu Christi .
Man muß erstaunen, daß sich der wahre christ-liche Glaube unter so vielen Feinden und Verrathernder Wahrheit noch erhalten hat. Denn die meistenIrrgläubigen wollten für Christen gehalten seyn. Zuwelcher Gemeine sollte sich nun der Ungläubige wen-den, wenn er auch die Thorheiten und Angereimt-heiten der Abgötterey empfand, da ihm so viele ver-sckiedene Stimmen zuriefen: hier ist Christus!Daher geschah eS denn, daß die Heiden sehr seltendie wahren Bekenner des Namens Jesu Christi vonden falschen unterschieden. Sie vermengeten beydemit einander, und sehr oft wurden die Laster undAusschweifungen der irrgläubigen Secten den Recht-gläubigen zum unverdienten Vorwurfe. Man darfsich eben nicht wundern, daß die Christen von den o^F-Heiden so schändliche Namen erhielten, daß sie Ve-rrüger, Zauberer, Selbstmörder, Verzweifelte,und parabolarii, oder Leute genannt wurden,welche eben so unsinnig mit ihrem Leben umgiengen,als die,welche für Geld auf den Amphitheatern mit denwilden Thieren kämpfeten. Man würde sich irren,wenn man glaubte, daß alle Vorwürfe, welche die Hei-den den!», die sich Christen nannten, machten, un-gcgründete Verleumdungen gewesen waren. Die
Ungläu-