Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
282
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282 Geschichte der christlichen Religion.

schlechte aufgekommen war; und vermuthlich war ermit dem menschlichen Geschlechte aufgckommeu, weiler so allgemein war: wer sollte nicht eine Religion,die so vernünftig, so sehr durch die Gesetze bestätiget,so heilig, so allgemein, so alt, und zugleich für ihrePriester so vortheilhaft und einträglich war, wider dieNeuerungen der Christen schützen, und diese Feindeder Götter und Menschen von der Erde zu vertilg«,suchen?

Doch die Verfolgungen, welche diese neue Weis-heit der christlichen Religion entweder erwecken, oderheftiger machen konnte, schadeten ihr nicht so viel,-als der Einfluß, den sie in die Lehren und Gebräuchedes Christenthums hatte. Man hat gesehen, wieHfo56«. sehr Ammoniuö die Lehren desselben nachäffete. Die«/«/?ttFo Ausdrücke, die er von Gott, von der Natur der«^«^--'/. Seele, von dem verderbten Zustande des Menschen,,>^> ','» der Reinigung seines Geistes, und von den Mit-teln, ihn wieder glückselig zu machen, brauchte, wa-/5 6. ren nicht in der Schule der alten Philosophen erfun-j-.S». den, sondern aus den göttlichen Schriften des neuenBundes entlehnt. Welcher Philosoph unter denAlten hatte etwas von einer Einheit, und Dreyei,nigkeic Gottes, einem Heilande, von einer Er-neuerung, von einer Erleuchtung, von einer Wie-dergeburt, von Erzengeln,von Engeln, von Mitt-lern zwischen der Gottheit und den Menschen geredet?Gleichwohl sieht man diese?susdrücke fast aufallen Sei-len eines plorinus, porphyrius,Iamblichius, undder noch spätern alerandrinischen Philosophen erschei-nen? Was für einen verführenden Anstrich erhiel-ten alle ihre Irrthümer nicht durch diese Sprache!

Glück-