Zweyter Abschnitt. 283
Glücklich wäre die Kirche Jesu Christi gewesenwenn ihre Lehrer sich sorgfältiger mider den Betrugdieser Philosophie bewahret, und sich nicht beredethätten, daß in einer Gegend, wo dasjenige am gif-tigsten war, was das beste äußerliche Ansehen hatte,etwas gesundes zu finden wäre. Sie sind zwar zuentschuldigen, weil AmmoniuS die Absicht seinerLehre geheim hielt, und damit er von den Christennicht als ihr offenbarer Widersacher angesehen wür-de, auch nicdts schrieb. Durch diesen Kunststreicherhielt er das Lob der Christen, und der Heiden. Al-lein, diese Entschuldigung rechtfertiget sie nicht ganz.Denn sie wollten sich von den Feinden der Religionan Gelehrsamkeit und Einsicht in die ältern Philoso-phen nicht überwinden lassen, und bildeten sich auchein, der christlichen Religion einen freyern Zutrittin die Gemüther der Heiden zu öffnen, wenn sie die-selben bereden könnten, daß das Christenthum mehrmit ihren Philosophen übereinstimmete, als sie viel-leicht glaubeten. Daher kam es, daß so viele Trau-me in die christliche Religion als göttliche Wahrhei-ten aufgenommen wurden, von denen die Offenba-rung nichts wußte. Die Aufnahme dieser Träumeveranlassete sehr bald die Einführung vieler Gebräucheund Ceremonien, welche die alte ehrwürdige Einfaltdes apostolischen Gottesdienstes mehr verunstalteten,als verschönerten. Lasset uns dieses durch einigeBeyspiele erweisen. >
Die alerandrinische Philosophie verfälschte diechristliche Geifterlehre. Die Offenbarung lehrekezwar von den guten Engeln, daß sie dienstbare Gei-ster Gottes, und zum Dienste derer, die die Selig-keit erben sollten, auögesandt wären. Mein, si?
lchms