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Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
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Zweyter Abschnitt. 287

Reue über seine Sünden , außer einem ernstlichenVertrauen auf die Gnade des Erlösers, und außerdem Vorsahe und Bestreben, heilig zu wandeln, nochbesondere Büßungen, al6 Merkmaale von der Aufrich-tigkeit der Bekehrung verlanget. Allein, man hieltsie noch nicht für verdienstlich. So bald sich abecdie christlichen Lehrer von der platonischen Weis-heit bezaubcrn ließen: so legte man einen allzugroßenWerth auf die leiblichen Kasteyungen, Wallfahrten,Mmosen, und andere solche Uebungen, die kein nü-tze sind. Es gab Christen, die zu bequem waren,dergleichen Büßungen über sich zu nehmen. Mankonnte dieser Bequemlichkeit aus mehr als einer Ursa-che nachsehen. Denn es gab so großmüthige Men-schen , die sehr viele willkürliche Werke der Gottse-ligkeit, und also mehr gethan hatten, als ihnen be-fohlen war. Sie konnten ja andern, die nicht soreich seyn wollten, einen Theil ihrer Schätze zuflies-sen lassen. So gelanget? denn die Kirche zu der un-erschöpflichen Quelle des Ablasses, ein Reichthum,den die apostolische Kirche nicht hatte. Der Ursprungaller dieser Irrthümer wurde vergessen. Gleichwohlsollten sie nicht das Ansehen neuer Wahrheiten haben»Man fand sie nicht in der Offenbarung. Das hattedie Kirche und ihre Hirten in einige Verwirrung se-tzen können. Allein, es geschahe nicht. Die Offen-barung lehrete nicht alles; man durfte nur seine Zu-flucht zu einer geheimen apostolischen Tradition neh-men , und so war ein jeder Irrthum bey seinem An-sehen ohne Mühe zu erhalten.

Die alerandrimsche Philosophie veranlassere Mvä.//,-//auch viele falsche Meynungen in der christlichen Lehre ^. ^,^///>c,von dem Zustande des Menschen nach den.^^5

Tode.