Zweyter Abschnitt. 289
Von den Lehren der Religion hängen die Geibrauche und Ceremonien des öffentlichen Gottesdien-stes ab. Die in unsere heilige Religion aufgenom-menen platonischen Irrthümer waren an vielen un-nützen und abergläubischen Gebrauchen Ursache, mitwelchen nach und nach der christliche Gottesdienst be-schweret und verunreiniget wurde. Hieher gehöretder Misbrauch des Exorcismus bey den Milzsüch-tigcn, bey den Wahnwitzigen, und bey der Taufe so-wohl der Erwachsenen, als der Kinder. DieserMisbrauch führte sogar eine neue Kirchenbedienung,nämlich das Amt der Exorcisten ein, welches in deneisten Zeiten der Kirche ganz unbekamit war, weil diewunderthätige Kraft, die Teufel auszutreiben, da-mals bald diesem bald jenem Christen von Gott ver-liehen wurde. Einem Exorcisten, (sagen die so- c-,?//?/,^.genannten apostolischen Verordnungen) werden 4"^. /- >?.die Hände nicht aufgelegt. Der Sieg über ^ ^'den Teufel ist ein Geschenk der freyen GnadeGorres, das durch Jesum Christum und durchdie Wirkung des heiligen Geistes erhaltenwird. Wer weis nicht, was man schon in demdritten und vierten Jahrhunderte dem Zeichen desKreuzes für eine Kraft beylegte? Glaubte mannicht, daß der Satan vor allen denen, welche sichmit dem Kreuze zeichneten, fliehen müßte, und keineGewalt hätte, ihnen zu schaden? wenn du dich Cbrysosk.mir dem Zeichen des Rreuzes zeichnest, sagte Pr-Chrysostomus, so wird sogleich alle Macht des "/^ASatans vertrieben. Zeichnest du dich nicht, so S. 406. ^hast du deine Waffen weggeworfen, und derSatan wird dich, weil du keine Waffen undkeine Schurzwehr hast, ergreifen, und dir un-II. Theil. T zahligen