290 Geschichte der christlichen Religion.
zahligcn Schade» zufügen. Die neuer» plaro-niker schrieben ihre» Amuleten und Talismanen eineähnliche Kraft zu. Die Glockenweihe der späternJahrhunderte, welche die Kraft haben sollte, die bö-sen Geister aus der Luft zu vertreiben, hat in ebendiesen Irrthümern ihren Grund. Man weis auch,daß in dem dritt"n und vierten Jahrhunderte die5Lnergumenen, oder sogenannten Besessenen, unddie Carechumenen, bey dem Gebethe der Gläubi-gen nicht zugegen seyn durften, sondern ganz von ih-ncn abgesondert waren. Mau that solches aus kei-ner andern Ursache, als weil man sich einbildete, dieTeufel, von denen man voraussetzte, daß sie die Lei-ber dieser Unglücklichen noch in ihrer Gewalt hätten,'könnten durch eine solche Absonderung mehr von denGläubigen zurückgehalten werden, als wenn m<m sieihnen allzunahe kommen ließe.
Und darf man sich wohl darüber wundern, daßolle diese Irrthümer einen Zutritt unter die göttli-chen Wahrheiten des Christenthumes fanden, da nichtallein unter den Griechen fast alle große Kirchenleh-rer einen Geschmack an der platonischen Weisheitfanden; sondern da auch denen schon lange verstor-benen Vätern in diesen Zeiten viele Schriften ange-dichtet wurden, in welchen die Wahrheiten der Re-ligion durch die Lehrsäße der placoniker erläutertwerden sollten, in der That aber nur verfinstert und
//S,-. verfälscht wurden? Denn es wurzelte sich selbst untercAn/. Christen der Irrthum immer tiefer ein, daß^ Wahrheit durch einen weisen Betrug zu
Lcc/. Hülfe kommen dürfte. Man brauchet, wenn mandavon überzeugt seyn will, nur den so großen Chrp-sostomus in seinem ersten Duche vom Priester-
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