292 Geschichte der christlichen Religion.
die christliche Religion herüber genommen, und ver-göttert. So wird zum Exempel darinnen behau-ptet, daß die Menschen zuerst vom Teufel zum Fleisch-ejsen verführet worden wären; daß die bösen Geistereine große Neigung zu fleischlichen Wollüsten be-saßen ; daß sich in allen Menschen ein gewisser Funkedes Satans, der si? zu den Lastern entzündete, ver-steckt hielte, welcher durch das Wasser der Taufeausgelöscht werden müßte, weil sich der heilige Geistvom Anfange der Welt her mit demselben vereinigtgehabt hätte; daß der Mensch durch seinen eignenEntschluß und seine vollkommen freye Wahl tugend-haft werden könnte, nicht aber, wie Paulus saget,mit dem dieser Träumer sehr unzufrieden ist, dasWollen sowohl als das Vollbringen von Gott erst er-halten müßte. Man brauchet nicht mehr zur Entde-ckung des christlichen platonikers, der sich in denClemens von Rom versteckte, damit seine Arbeit ein///. desto ehrwürdigeres Ansehen hatte. Es ist nicht zuc F. c.^L. leugnen, daß man den Betrug bald wahrgenommenhat. Unterdessen wurden doch diese erdichtetenSchriften von vielen Christen gelesen, weil man kei-nen Verdacht auf ihn geworfen hatte, daß er dieLehren des Christenthums verfalschete.?/» Nichts hat die platonischen Irrthümer in demF////. ^-5 Ansehen göttlicher Wahrheiten mehr befestiget, und be-? / p ^- sonders im Occidente mehr ausgebreitet, als die Schrif-ten, welche dem Dionysius Äreopagica angedichtetworden sind. Der Betrüger, welcher unter dem Mis,brauche dieses Namens seinen in derSchule der jüngcrnPlatoniker erlernten falschen Meynungen die Würdeapostolischer Aussprüche zu verschaffen suchte, verdienetunstreitig, der'Varer der mystischen Theolome
genannt