Zweyter Abschnitt. 29z
genannt zu werden. Besonders sind seine Büchervon der himmlischen Hierarchie, und von dermystischen Theologie voll platonischer Ertlärun- .gen und Fragen über das göttliche Wesen, über dieNatur und die verschiedenen Ordnungen der Engel,über das innerliche Wort und Licht, und zugleich ent-halten sie eine Sittenlehre, die ganz auf solche fana-tische Traume gegründet ist. Allein in welch einAnsehen haben sich nicht diese falschen Schriften un-ter den rechtgläubigen Gemeinen der Christen gesetzt!Ungeachtet ihnen die Erdichtung und das falsche Ge-präge leicht anzusehen war; denn wie hätten dieSchriften eines Dionysius Areopagira allen Kir-chenvätern vor dem fünften Jahrhunderte unbekanntbleiben sollen: so war man doch in dem sechstenJahrhunderte und in den darauf folgenden Zeiten sowenig kritisch und so treuherzig, daß man für die-sen falschen Dionysms eine eben so große Hochach-tung bezeugte, als ob es der wahre gewesen wäre.Ephrcm führte ihn in seiner Vertheidigung deschalcedonensischen Synodus an. Gregorius derGroße, Andreas von Casarea, Leonrius, Ana-stasius der Ginaire, Suidas, Nicephorus, undandere mehr, redeten mit großer Ehrerbiethung vonihm. Endlich wiederfuhr ihm gar die Ehre, daßer von einem Johannes aus Scyrhopolis, einemMaximus und pachimeres mit Auslegungen er-läutert, und von einem Johannes Scotus in dielateinische Sprache überseht wurde. Diese Aus-schweifung von unserm Hauptgegenstande in die Ge-schichte dieses erdichteten Buches beweist, wie dieIrrthümer der jüngern plotoniker das Ansehengöttlicher Wahrheiren haben qewinnen, und sich so
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