Zweyter Abschnitt. 307
Mani so viel Geschmack an seinem Romane, daß erih» für die Weisheit unv Vernunft selbst hielt, undalles als Thorheit unv Irrthum verwarf, was ihmwidersprach.
Der gute Gott hatte also die Welt gebildet, undzwar in der Absicht, die Lichttheile, welche das böseGrundwesen aus seinem Gebiete an sich gerissen hat-te, von der Materie wieder abzusondern. So balddieses die aus der Maren'e erzeugten bösen Naturenwahrnahmen: so dachten sie auf Mittel, diesenRaub unter sich ;u behalten. Sie hatten vordemden ersten Menschen, der von Gott wider sie herab-gesandt war, ge'chen, und noch konnten sie seine Ge-stalt in der Sonne erblicken. Nach diesem Musterbildeten sie den menschlichen Körper, denen Seelen, dienoch auf der Erde waren, zum Fallstricke. Dieseließen sich verführen, und begaben sich darein; undals sie von dem Vergnügen, welches ihnen die sinn-lichen Gliedmaßen gewähreten, berauscht wurden, lies-sen sie sich verleiten, ihr Geschlecht fortzupflanzen/schmiedeten sich also selbst ihre Ketten, und bauetensich ihre eigene Gefängnisse. Daß also die mensch-lichen Seelen so elend sind, das machen die Körper,in welche sie durch den Weg der ehelichen Fortpflan-zung gerathen. So viel Unglück verursachet die Ehe !Lasset uns also dieselbe fliehen, damit wir keine See-len unglücklich machen; lasset uns den natürlichenTrieb, den wir dazu fühlen, unterdrücken! Und waskann denselben eher schwachen, als ein strenges Leben,als häufige Fasten, und alle Enthaltung vom Flei-sche unv Weine? Alles, was den Sinnen schmei-chelt, muß als eine Pest vermieden werden, damitdas Gefängniß, worein uns die Lust unserer Aeltern
U s ver'-'