Zzo Geschichte der christlichen Religion.
!MN Bischöfe vieler Verbrechen beschuldiget wurde,sonderte sich von CyprianS Gemeinschaft ab, maßtesich selbst ein bischöfliches Ansehen an, und machteeinen gewissen Lelicißimus zum Diaconus. Allein,er sah sich bald genöthiget, nach Rom zu gehen. Un-terdessen dauerte die Trennung in Africa fort, bisendlich des Cyprians Gegenpartey den Fortunatuszu ihrem Bischöfe erwählte.
Man wird begierig seyn, zu wissen, warum dieGefallenen so sehr auf die entweder erschlichene, oderunvorsichtig ertheilte Vorbitte der Märtyrer trotzten.Woher kam das so sehr starke Vorurthcil für der-gleichen Vorbitten? Die unbestimmten und zwe-ideutigen Ermahnungen zur Standhaftigkeit in Ver-folgungen, und die Lobsprüche des Märtyrertodes hat-ten unter Unverständigen den Irrthum veranlasset,daß die Leiden der Bekenner des Namens Jesu Christi'/-?,«//. verdienstlich wären. Tertullian hatte sogar das5ca^>. c./> Märtyrerthum einen Schlüssel zum Himmel genannt.5 7- Glaubet jemand, daß der Himmel verschlossensey, sagte er, so muß er sich erinnern, daß Gottdie Schlüssel dazu dem Helgen perrus, unddurch ihn der Rirche gegeben habe. Ein je-der wird sie bey sich tragen, welcher JesumChristum bekennet, wenn er um seinen Glaubengefragt wird. Dieses war in so weit wahr, alsman nichts weiter unter diesen Worten verstund, alsdaß Gott diejenigen gewiß mit der Seligkeit krönenwürde, welche ihren Glauben an Jesum durch ihreBeharrlichkeit in Verfolgungen bezeigten. Allein,in diesem Verstände schloß ihr Schlüssel zum Him-melreiche nur für sie, und nicht für andere. Doch sodachte der große Haufe nicht, er ward von diesen
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