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Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
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zz2 Geschichte der christlichen Religion.

gemeinen Irrthume noch mehr Ansehen gaben. Manwar mit einer öffentlichen Abbitte der Gefallenen,und mit der Zusage, künftig nicht mehr zu sündigen,nicht zufrieden- Warum drang man so sehr aufKa-steyungen, und andere solche in ihrer Natur zwey-deutige Merkmaale der Buße? War es bloß dieBesorgniß, daß die Kirchenzucht allzusehr fallen, undden Lastern eine weite Thüre aufgethan werden möchte ?Behaupteten sie bloß darum die Nothwendigkeit dergewöhnlichen Kirchenbuße, weil sie den Trotz derGefallenen auf die Vorbitten der Märtyrer für einoffenbares Merkmaal einer noch anhaltenden Unbuß-fertigkeit ansahen? Vielleicht widersetzte man sichihnen aus diesen Gründen. Allein, sie waren nichtdie einzige und vornehmste Ursache dieser Widersetz-lichkeit. Wir wollen nicht sagen, daß der Eifer fürdas bischöfliche Aiisehen etwas dazu beygetragen ha-ben kann, oder daß die Ehrfurcht für einmal einge-führte Gewohnheiten der Kirche auch eine Ursachedavon sey. Der vornehmste Grund, wodurch mandie Nothwendigkeit der Kirchenbuße behauptete, warwohl der Irrthum, daß man durch dieselbe Gott ei-ne Art der Genugthuung für seine Sünden leistete.Tel-/«?/. </-Die Buße, sagte Termllian, muß nicht imc.F. Gewissen allein vorgehen; sie muß sich auchdurch Handlungen äußern. Dieses geschieht<durch das Bekenntniß, in welchem wir demHerrn unsere Sünden offenbaren. Man meynecdamit nicht, daß Gott sie nicht wüßte. Essoll uns dieses Bekenntniß nur zur Genugchu,ung bereiten. Dwn die Buße wird aus derGcham erzeuget; durch die Buße aber wirdGort besänftiget» - - Diese Zucht schreibt

dem