Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
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Zweyter Abschnitt. zzz

dem Menschen vor, wie er sich kleiden, undwie er essen soll; sie befiehlt ihm, aufBuß-säcken und auf der Asche zu liegen, dem Leibeseinen Schmuck zu nehmen, und ihn häßlichzu machen, die Seele aber durch Traurigkeitniederzuschlagen. - - Sie befiehlt ihm, seinGebeth durch fleißige Fasten zu unterhalten, zuweinen, zu wehklagen, Tag und Nacht zuschreyen, den Priestern zu Fuße zu fallen, vordie Altare zu knien, und alle Brüder um ihreFürsprache bey Gott anzuflehen. - - DieseVuße vertritt gleichsam die Stelle des göttlichenUnwillens und kömmt nicht etwa nur durcheine zeitliche Guaal ewigen Strafen zuvor,sondern löschet sie vielmehr dadurch aus. In-dem sie den Menschen niederwirft: fo erhebesie ihn; indem sie ihn ungestaltet macht, machtsie ihn rein; sie entschuldiget, wenn sie ankla-ger ; sie spricht los, wenn sie verdammet. Jeweniger du dich selbst schonest, desto mehrwird Gorr deiner schonen. - - Sage, ich habegegen Gort gesündiget; ich bin in der Gefahrewig verloren zu gehen. Ich quäle mich al-so, und martere mich, damit ich den Herrnmir mir versöhne, den ich durch meine Schuldbeleidiget habe. Cyprian , Terrullians Schü-ler, redete eben diese Sprache, und bildete die Bußemit ähnlichen Farben ab. Sie mögen nur alle,sagteer, ihre Sünden bekennen, so lange derGünder noch lebet, so lange noch sein De-kenntniß angenommen werden kann, so langenoch die Genugthuung und die von den Prie-stern ertheilte Vergebung dem Herrn noch an-genehm