Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
341
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Zweyter Abschnitt. 34-

m'ge Lehren unserer Religion erwägen. Cypri^nsGrundstche, mir welchen er die Ungültigkeit ver Ke-tzertaufe behauptete, trugen zur Befestigung gewis-ser irriger Begriffe von der Rircbe und ihrerjAnheic, oder Eintracht, seines Ansehens wegendas meiste bey. Denn weil er ein Märtyrer war:so wurden auch seine Irrthümer in den nachfolgendenJahrhunderten, aus mehr als einer Ursache, für gött-liche Aussprüche gehalten.

Schon seit des Ignatius Zeiten hatten sich un- H??.ter die Rechtgläubigen theils verworrene, theils un-richtige Begriffe von der Kirche und ihrer Eintracht ^.A'oder Einheit eingeschlichen. Ignarius verstund ^ ^" 'schon unter der Einheit der Rirche nicht etwa bloßden einträchtigen und übereinstimmenden Glaubenaller ihrer Glieder, sondern vornehmlich eine engeund genaue Vereinigung der Zuhörer mit ihren Leh-rern und Bischöfen. Er fodcrte aber diese Eintrachtbloß von einer jeden christlichen Gemeine, ohne dieNothwendigkeit einer solchen Vereinigung aller christ-lichen Gemeinen unter einander mit ausdrücklichenWorten zu lehren. Er lehrete den unbestimmtenSatz, daß diejenigen, welche mit Gocc undJesu Christo vereiniget waren, auch mit ihremBischöfe vereiniget waren, und in diesem Ver-stände Eine Gemeine oder Rirche ausmachten.Dieser Lehrsah hatte seine Richtigkeit, wenn der Bi-schof einer Gemeine rechtgläubig war. Allein, erwurde falsch, sobald nicht die Lehre der Offenbarung,sondern der Bischof zum Mittelpuncte der kirchlichenVereinigung gemacht wurde; so bald man ohneEinschränkung und Bedingung lehrete, daß alle die,welche mit ihrem Bischöfe vereiniget waren,zur einzigen

P? Kirche