Zweyter Abschnitt. 54z
wurde. Die Unschuld der ersten Jahrhunderte warUrsache, daß die großen Lehrer, welche diesen ich«rcn theils aus Ehrfurcht gegen die ersten apostoli,schen Bischöfe, von denen sie die Religion empfan-gen hatten, theils auch aus Begierde, die ihnen unter-gebene Gemeine durch eine bestandige Unterwürfig-keit gegen ihren Unterricht und ihre Ermahnung?»vor den Irrgläubigen zu bewahren, und also ausguten Absichten vortrugen, die Nachstellungen undGefahren nicht voraussahen, in welche sie, durch dieBehauptung solcher Satze, die Freyheit der Heilsamunwissend und wider ihren Willen brachten. Cysprianus, der seiner eifrigen Vertheidigung der bi-schöflichen Würde ungeachtet, weit von aller Herrsch-sucht entfernet war, kann diese Anmerkung durch seinBeyspiel bestätigen. Er hat diese irrigen Begriffevon der Rirche und der Einheit derselben ameifrigsten vertheidiget, und besonders die Ungültigkeitder Kehertaufe darauf gegründet. Es ist nur eineAirche, sagte er, welche durch den tVachs-^/^»'-chum ihrer Fruchtbarkeit sich immer weiter in c. Idie Menge verbreitet. Die Sonne hat vieleStralen; aber es ist nur ein Licht; ein Baumhat viele Zweige; aber sie haben in ihrer festen ^tVurzel nur Line Starke; aus Einer Duellefließen viele Bache. Obgleich die Mengedurch den Reichthum der überfließendenFruchtbarkeit zertheilet zu seyn scheint: sobleibt sie doch im Ursprünge Eins. Rannstdu den Stral von dem Sonnenkörper rren-,nen ^ Die Einheit des L-ichco wird keine Thei-lung. Haue den Zweig vom Vauine; er wirdkeine Frucht bringen; sondere den Dach von
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