Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
345
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Zweyter Abschnitt. 345

«mg Iesll Christi und die Majestät Gottesaufopfern. ^vo lange die Bischöfe nicht alleinrechrgläubiq, sondern auch in ihrer Aufführung apo-stolisch blieben, so lange blieben diese irrigen Be-griffe von der Kirche unschädlich. Allein, eben dieseIrrthümer waren in der Folge der Grund, auf wel>chen die Cleusey der verderbten Jahrhunderte ihreunrechtmäßige Herrschaft über die Gewissen auf-bauet?. Der Name des Cyprianus mußte sie ver-göttern. Diese Anmerkungen lehren, wie nöthig e6sey, Gott allezeit mehr als den Menschen zu glaubenund zu gehorchen, damit man nicht in die Gefahrkomme, sich unter ein menschliches Joch zu beugen!

Der Streit unter den Rechtgläubigen über denGlauben des Origenes hat für die christliche Reli-gion nicht weniger traurige Folgen gehabt. Ein(Drigenes verdienet es, daß man seinen Charakter,sein leben, seine Schicksale, und seine Irrthümer zum ^mindesten einigermaßen kennen lerne. Origenes Ungefährwar von christlichen Aeltern inAlexandrien gebohren. im JahrSein Vater, Leonidas, welcher seinen fähigen Geist nach Chr.in seiner Kindheit bemerkete, ließ ihn frühzeitig so- Geb. 1x5«wohl in den schönen Wissenschaften, als auch in derErkenntniß der heiligen Schrift unterrichten. Am-»nonius, der Philosoph, und Clemens von Aler-cndrien waren seine beyden vornehmsten Lehrer, undflößeten ihm eine unglückliche Neigung für die neuereplatonische Weltweisheit ein. Er gerieth in die äus-serste Armuth, nachdem sein Vater auf seine Auf-munterung sein Leben und seine Güter für die Reli-gion Jesu Christi aufgeopfert halte. Eine vorneh-me Frau von Alerandrien nahm sich im Anfangeseiner an. Er scßre sich aber, als er die Wissen-

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