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Z46 Geschichte der christlichen Religion.
schaftsn zu lehren anfing , bald in solche Umstände,in welchen er ihrer Hülfe entbehren konnte. In sei-nem achtzehnten Jahre wandten sich schon viele anihn, welche sich bekehren wollten. Er erwarb sichauch durch die Bekehrung vieler Götzendiener einenso großen Ruf, daß ihm Demecnus, der Bischof'von Alerandrien, das damals offene Amt eines Ca-techeten bey seiner Gemeine auftrug. Sein arbeit-sames und strenges Leben; denn er verkaufte, weilrr niemand zur Last seyn wollte, alle seine Bücher,und ließ sich von dem Kaufer derselben zu seinem tag-lichcn Unterhalte nur vier Obolen geben; seine Wis-senschaft, sein Fleiß und seine Beredsamkeit zogenihm eine große Menge angesehener Schüler zu. Weiler selbst vielen Personen des weiblichen Geschlechtesseinen Unterricht ertheilen mußte: so machte er sichaus einer übertriebenen Sorgfalt für seine Keuschheitselbst zum Verschnittenen. Dem ungeachtet verwiesihm um diese Zeit sein Bischof diese That noch nichtals ein Verbrechen, zumal da sie Origenes in dcrFolge selbst mißbilligte. Sein Ruhm erscholl nachRom und Arabien, wohin er auch einige Reisenthun mußte. Als er aus Alerandrien einer heftigenVerfolgung wegen sich wegbegab, und sich indessenin Cäsarea aufhielt: so trugen ihm die Bischöfe derdasigen Provinz das Amt auf, dem Volke öffentlichdie heilige Schrift zu erklaren. Damals war er„och ein Laye. Demerrius, sein Bischof, sah seineVerdienste mit eifersüchtigen Augen an. Sein Neiderwachte, und er verwies es schon dazumal den Bi-schöfen als einen Fehler wider die Kirchenzucht, daßsie ihn, als einen Layen, hatten predigen lassen. Ori-genes mußte wirklich auch auf seinen Befehl nach
Aleran-