Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
350
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M Geschichte der christlichen Religion.

die so sehr Angereimt wäre, daß sie nicht aus der hei-ligen Schrift sollte gerechtfertigct werden können,wofern man ihren Auslegern die Freyheit verstattet,ihr einen, ich weis nicht was für einen geheimen geist-lichen Verstand anzudichten? Allein, das war nichtdie einzige falsche Meynung, welche er unter den Chri-sten ausbreitete. Die Lebensart der Asceren, welcheschon in dem Rufe einer besondern Heiligkeit stund,fand an ihm einen großen Beförderer. Man kann,wenn seine Schriften nicht Beweis genug davon wä-ren, solches daraus allein schon schließen, daß alle Wü-sten lnAegyptenmit seinen Freunden bevölkert waren.S.die Be- Die Offenbarung verspricht uns den Schutz dertracht, von Engel; allein sie giebt nicht einem jeden MenschenKüssender' einer jeden Kirche, einer jeden Gesellschaft, und ei-alcxandnn. jeden Stadt einen besondern Schutzengel. Die-Philoso- sts thut nur die platonische Philosophie. Es ist viel-phie in die leicht erlaubt, solches zu muthmaßen: allein eine je-Nel-gion. de Muthmaßung, gesetzt, daß sie der Falschheit unddes Widerspruches nicht offenbar überwiesen werdenkann, wird ein Irrthum, oder ist doch dafür anzuse-hen, sobald sie nicht für eine bloße Muthmaßung,sondern als eine gewisse und unstreitige göttlicheWahrheit vorgetragen wird. Wie vorsichtig mußdiese Anmerkung einzelne Lehrer der Kirche in demKim. Vortrage ihrer Muthmaßungen machen. Ein Dri-Fo/^/S.?. HxneH lehret an vielen Stellen seiner Werke, als einplatonischer Philosoph, daß einem jeden Menschent'. ,o. /. x. ieiu besonderer Engel bestimmt sey. Er tragt diesecom,'. te^ Einbildung nicht als eine Muthmaßung, sondernals eine Wahrheit vor, die iii der Schrift gegrün-det seyn soll, und das ist die Ursache, daß mit derZeit seine Muthmaßung als die Lehre der ganzen

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