Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
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354
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Z54 Geschichte der christlichen Religion»

bequem ist, als daß er sich in schwere und tiefsinnigeUntersuchungen einlassen sollte. Die christliche Re-ligion hat also große Vortheile davon zu hoffen, iveimman zeigen kann, daß sie zwar immer Widerspre-cber, aber auch immer Bekenner gefunden hat«Man hat zeither gesehen, und man wird diese trau»rige Anmerkung noch oft machen müssen, daß auchdie Rechtgläubigsten Irrthümer unter die göttlichenWahrheiren aufgenommen haben. Selbst die erstenchristlichen Gemeinen müssen Beweise davon abge-ben. Allein, sie haben doch die Grundwahrheitendes Christenthums unverändert beybehalten, undstandhaft bekannt. Einige wichtige Zeugnisse wer-den solches außer allen Zweifel setzen.

Alle christliche Gemeinen, welche den Namender Rechtgläubigen zu behaupten suchten, stimmetenin der ersten Grundwahrheit der Religion, daß nurein Gott, und zwar der Gort der Christen, die An-bethung der Menschen verdienete, vollkommen miteinander übercin. Sie schlössen daher alle Crearu«ren, so vollkommen sie auch seyn mochten, von allergotteodienstlichcn Verehrung aus. DaS war dererste Charakter, an welchem ein Christ von andern0lvFen5 unterschieden wurde; er kannte keine andere Re--5m-,, . c«A ligion, als die Anberhung des Gorres, der des^ ganzen Brdkreises Herr, lind der Erstgedohrne

unter allen Creamren rvar. Sie nannten daher5-°>-^«°-!.. auch das Christenthum nur den Dienst Gottes.Man findet diesen Namen bey dem Clemens vonAlexandrien und bey dem Origenes häufig ge-braucht. Diese Wahrheit wurde nicht bloß von neu-bekehrten Juden bekannt. Denn darüber hatte mansich eben nicht wundern dürfen, weil die Iüden diese

Wahr-

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