?56 Geschichte der christlichen Religion.
„mag nach i>em Pythagoras ewig seyn, oder nach„dem Plato einen Anfang haben; genug, sie ist voll-„kommen gewesen, ehe Satm'n und seine Nachkoin»„men gebohren worden sind. Man muß sehr ein-fältig seyn, wenn man nicht glaubet, daß es vor„dem Jupiter Licht, Sterne, Regen und Donner ge.„geben, und daß Jupiter sich nicht selbst vor dem„Blitze gefürchtet habe, den ihr doch demselben in die-„Hand gebet. Die Erde hat vor der Ceres, selbst„vor dem ersten Menschen schon Früchte getragen.--Ist Bacchus darüber vergöttert worden, weil er den„Wein zuerst bekannt gemacht hat: so laßt man dem„Lucullus nicht Gerechtigkeit genug wicderfahren,daß„man ihn nicht zum Gotte machet, da er doch der„erste gewesen ist, der aus Pontus Kirschen nach„Italien gebracht hat. Ihr werdet vielleicht sagen,„daß euern Göttern die Gottheit zur Vergeltung für„ihre Verdienste gegeben worden sey. Aber ich„glaube, ihr werdet einräumen, daß der Gott, der„andere Götter machen soll, gerecht seyn müsse.„Nun setzet man Blutschander, Ehebrecher, Tyran-nen , Räuber und andere noch schandlichere Verbre-„cher in den Himmel. Doch gesetzt, eure GötterTe^tt//. „wären tugendhaft und gut gewesen: warum lasset^>o/.t.,2. „ihr denn so viele andere vortreffliche Menschen, ei-„nen Sokrates, einen Aristideö, einen Themistoklcs„unter den Todten? Welcher unter euern Göttern„ist weiser, als Cato, gerechter und tapferer, als„Scipio, und beredter, als Cicero? Alles also, was„ich von euern Göttern sehe und höre, sind Namen„verstorbener Menschen und Fabeln; und was die„Götzenbilder anbelangt: so finde ich an denselben„nichts> .als Materie, und eben die Materie.,.aus
welcher