Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
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Zweyter Abschnitt.

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gen in den ersten Zeiten des Christenthums zog man,aus der Vcrgleichung Gottes mit Königen, eine ganzandere Folge, die Folge nämlich, daß Gott allein dieEhre der Anbcthung verdiene. So wenig ein Be-herrscher seinen Unterthanen erlaubet, den Nameneines Königes anzunehmen; denn dieser Name unddiese Würde kömmt ihm allein zu: so wenig ist eserlaubt, einen andern als Gott anzubethen. Folg-lich glaubte Theophilus von Alexandrien , welcher 7^-o^,.a^sich dieses Gleichnisses bediente, daß es Gott als ei-ncn Eingriff in die Rechte si iner Majestät ansähe/-"7-wenn man einen andern, als ihn anbethcte. Dieersten Zeiten des Christenthums waren also weit vonder gottcsdicnstlichen Verehrung der Märtyrer ent-fernt. Als polycarpus den Martyrercod litt, so //.wurde die Gemeine der Christen von den Heiden, wel- Q c/. /,chc die Juden dazu beredet hatten, genau beobachtet, ob ^sie sich auch der Asche dieses Märtyrers zu bemachti- "^//^gen suchen, und ihn nach seinem Tode anböthen wür-^ ^ ^de. Die Kirche zu Smyrna erzahlet dieses selbst,und machet dabey die Anmerkung, daß diese Götzen-diener nicht gewußt hätten, daß Christen Jesum Chri-stum nicht verlassen, noch einen andern anbechcnkönnten. N)ir bethen, sagte diese Kirche, wohlJesum Christum an; allein, die Märtyrer lie-ben wir nur, wie sie solches wegen ihrer un-überwindlichen Liebe ;u ihrem Röntge undHerrn verdienen, und wollte Gore, daß wipihre Schüler seyn, und Theil an ihrem Eifernehmen möchten! Ja die Christen wurden oftgerichtlich befragt, ob sie nicht ihre Bischöfe cmbe-theten, lind sie bezeuget?» allezeit einen aufrichtigenAbscheu vor der gotcesdienftlichen Verehrung aller

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Geschöpfe.