Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
360
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?6O Geschichte der christlichen Religion.

/^.-nm-,. Geschöpfe. Lructuosus, ein Bischof von Tarra-^ ^' gona, wurde vor den Statthalter Aemilian geführet,welcher ihm befahl, baß er die Götter anbethennach Chr. sollte. Er antwortete aber, wie andere Christe»,Geb. mit dem größten Muthe, daß er nur einen Gott, derHimmel, Erde, und Meer und alles, was darinnenist, gemacht habe, anbethete-. Der Statthalter be-fürchtete, der Diaconus des Bischofes möchte die-sem Beyspiele folgen, und ermahnets daher densel-ben, daß er ein solches Bezeigen nicht nachahmenmöchte. Die Vermahnung war umsonst; der Dia-conus rief aus: Ich bethe Gott an. Der Statt-Halter fragte ihn darauf, ob er nicht auch den Lru-ctuosus anbethete? Nein, antwortete der Diaco-nus; ich bethe den Lructuosus nicht an, sowdern den Gorr, den mein Bischof anbecher.Wenn Creaturen einer gottesdienstlichen Ehre werthsind; wer verdienet sie mehr, als ein Märtyrer? Al-lein, sowohl die Kirche von Gmyrna, als auch nochviel spater der Diaconus eines Lructuosus, sprachihnen einen Vorzug ab, welcher Gott allein gehöret?.S. die vor- Wir wissen, daß Grigenes eine Vorbitte der ver-hergehende storbenen Heiligen lehrete. Wenn irgend einer Crca-nina tur eine Art der Anbethung zugestanden werden konn-te: so mußte sie denen zugestanden werden, die mit-ten in paradiesischen Freuden noch an ihre Brüderin der Welt denken und für sie bethen. Allein Ori-genes schloß sie von einer Ehre aus, die für Ge-schöpfe allzugroß war. Er machte in seiner Ausle-gung über das Buch Josua die Anmerkung, daßJosua den Menschen, der ihm erschien, nicht ange-bethet haben würde, wenn er nicht überzeuget gewe-sen wäre, daß er Gott anbethete. Josua wußte