z62 Geschichte der christlichen Religion.
auf, aber nicht: wer an euch glaubet, der glau-bet an mich. Dem, Gott allein ist nur der Ge-genstand unsers Glaubens, weil er unendlich ist.Eben deswegen erhob er die jüdische Nation überalle andere Völker, weil sie gelernet hatte, sich biszur ewigen und unerschaffenen Natur Gottes zu er-heben, nur auf ihn zu sehen, und auf ihn allein ihreHoffnung zu setzen. Man kann einem Theile derChristenheit diesen Charakter nicht geben, weil dieGlieder dieser Kirche ihre Seelen nicht auf einmalzur neuerschaffenen Natur Gottes erheben, ausFurcht, sich in einem unendlichen Abgrunde zu ver-lieren, sondern es für ein Glück halten, wenn siedurch die Heiligen vor Gott kommen können. Siesehen nicht auf Gott allein, weil sie ihre Augen zuden Bergen und zu den verherrlichten Menschen er-heben. Ihre Hoffnungen- hangen nicht allein vondem Unendlichen, sondern von der Vorbitte einerJungfrau und der verklärten Heiligen ab.
Lieder, Lobgesänge, und Gebethe machen einenwichtigen Theil des öffentlichen und äußerlichen Got-tesdienstes aus. Die Kirche der ersten Jahrhun-derte richtete alle ihre Lieder, Lobgesange und Gebethean den einzigen wahren Gott. Es gab im Anfangenoch keine gewissen und bestimmten Gesänge und7----?«//. Gebethe. Man sang bey dem heiligen Abendmahlec.I. Lieder; jeder machte sie selbst so gut, als er konnte:allein sie waren alle an Gott gerichtet, sie mochtennun von einem Bischöfe, oder einem Priester, oderco?h?,>. einem Lanen verfertiget worden seyn. Der Verfast4>o/?. /. sir der apostolischen Verordnungen befiehlt dein5- 5?' Bischose einer jeden Gemeine, das Volk zu erinnern,daß es sich früh und Abends in der Kirche versam-meln,