Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
365
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Zweyter Abschnitt. Z65

durch unsern Herrn Jesum Christum an , derauch durch die Herrschaft des heiligen Geistesherrschet. Also vermengeten die Christen niemalsin ihren Gebethen die Gottheit mit Creaturen. Ihrgiebt es christliche Lehrer, die bey dein öffentlichenUnterrichte ihres Volkes niemals ihr Ave Maria ver-gessen. . Ein Justin, der Märtyrer, fängt seine ^?/».Ermahnung an die Heiden mit dem Gebethe an, daßihm Gott das Vermögen verleihen möge, alles zu sa-gen, was nöthig ist. Ein Theophilus von Antio-chien will sich wohl Unterfangen, den Ursprung der ^»/-Hc.Welt und der Religion zu beschreiben, wofern ihm^s-Gott nur beysteht; er verlanget von Gott allein dieGnade, die Wahrheit deutlich auseinander seßen zukönnen. Eben so bath Origmes, als er den Celsus o^e».bestreiken wollte, Gott um seine Gnade durch Jesum ^»"'-Christum, zu einem so wichtigen Unternehmen. Ter-tuliian versicherte, daß die Christen Gott nur um ein ^) ^langes Leben der Kaiser, um ihre ruhige Regierung,um eine Tirmee, deren Tapferkeit sie furchtbar machte, c>/>?/.um einen gelreuen Senat, uM ein gehorsames"»-Volk, und um alles, was zum Glücke der Be-herrscher und der Unterthanen etwas beytragenkonnte, bathen. Er sagte ausdrücklich, daß er allediese Wohlthaten von keinem andern bitten dürfte,als von dem, der sie allein geben könnte. Dieser Ab-scheu der Christen vor aller gotteödienstlichen Ver->chrung gieng soweit, daß sie von den Heiden für Got-tesleugner ausgerufen wurden. Hätte das Christen-thum wohl so viele Verfolgungen erdulden müssen,wenn sie sich nicht aller göttlichen Anbethung der Ge-schöpfe mit einem so großen Eifer widersetzet hatten?Den Menschen muß man menschliche Ehre geben,

sagte