Zweyter Abschnitt. z??
Von dem heiligen Abendmahle Hütten die erstenChristen eben so erhabene Begriffe, als von der Tau-fe. Sie hielten das gesegnete Brodt und den gesegne-ten Wein für den wirklichen Leib und das wahre BlutJesu Christi , und glaubten eine wirkliche Gegen-wart desselben, ob sie gleich über die Art und Weisederselben ein heiliges Stillschweigen beobachteten.Darum erhielt auch dasselbe sehr zeitig den Nameneines Geheimnisses. Ignarius redete in einem sei- H««,. 6<lner Briefe wider die Ketzer, welche die wahre Mensch»heit Jesu Christi in Zweifel zogen, und sagte von ih-nen, daß sie sich von dem Gebethe und Nachtmahleenthielten, weil sie nicht bekennen wollten, daß dasNachtmahl das Fleisch unsers Heilandes Jesu Chri-sti wäre, welches für uns gelitten, und der Vaternach seiner Barmherzigkeit auferweckt hätte. Ebendieser Märtyrer ermahnete die Philadelphienser: se- ^ch^.het zu, daß ihr alle Ein Abendmahl gebrauchet; dennes ist Ein Fleisch unsers Herrn Jesu Christi , undEin Kelch zur Vereinigung seines Blutes. Weilman dazumal diese Lehre noch nicht als ein Geheim-niß vor den Heiden verbarg, und die Verleumdun-gen der Ungläubigen ein öffentliches Bekenntnißderselben foderten; so machte sie Justin, der Mär- I//?/»»-tyrer, öffentlich bekannt. Es ist, sagte er, kein ge- ^«'k.^.-.meines Brodt, und kein gemeiner Kelch, was wirnehmen. Wie Jesus Christus durch das WortGottes Mensch und unser Erlöser geworden ist, undzu unserm Heile Fleisch und Blut gehabt hat: so ha-ben wir auch gelernet, daß die durch das Wort desGebethes und der Danksagung von ihm geheiligteSpeise, die nach ihrer Veränderung unser Fleischund unser Blut nähret, unsers menschgewordenen
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