Zweyter Abschnitt. 387
federt werden können. Drey Evangelia, und fast Sich? den.olle apostolische Briefe, sind vorder Zerstörung derStadt Jerusalem geschrieben; damals, als die Um- U'erund^stände des jüdischen Volkes noch nicht so voll Unruhe andere in'ih-waren; zu einer Zeit, da die Juden noch bey den ren Zeit-Römern so viel Ansehen hatten, daß sich dieselben rechnun-ivon ihnen zu Verfolgungen wider die Christen reizen Z"'.ließen. Matthäus schrieb sein Evangelium amfrühesten, und zwar entweder gleich vor, oder gleichnach der Zerstreuung der Apostel; Marcus undLucaShingegen zeichneten ihre Geschichte einige Jahre.spä-ter auf. Paulus , dessen erste Briefe die Briefe andie Thessalonicher waren; Petrus, Jacobus und Judas ließen in wenig Jahren ihre apostolischen Briefe aufeinander folgen; Petrus bezog sich schon in seinemzweyten Briefe auf die paulinischen Schreiben; undnachdem die meisten Schriften des neuen Testamen-tes schon lange in den Händen der Gläubigen wa-ren,^ schrieb auch Johannes, vermuthlich darum zu-letzt, damit niemand mit Grund auf den feindseli-gen Gedanken gerathen möchte, er hätte Jesum ver-göttert, weil er sein vertrautester Jünger gewesenwäre, die andern Evangelisten aber hätten diesenLiebling Jesu Christi nur ausgeschrieben. Darumschwieg er so lange, und ergänzte nur die Geschichteder andern göttlichen Geschichtschreiber Jesu Chri-sti . Wir wollen zu diesen Anmerkungen noch eineandere hinzusetzen. Die Apostel des Herrn verfassercnihre Schriften zu einer Zeit, da die christlichen Ge-meinen in vielen Weltgegenden schon sehr zahlreichgeworden waren. Die Abschriften der apostolischenGeschichtbücher und Briefe mußten sich also noch-wendig häufen und vervielfältigen. Man setze dazu ''^Bb 2 die