M Geschichte der christlichen Religion.
die Neuheit ihrer Lehre, die offenbare Göttlichkeitderselben, den Eifer der ersten Christen, ihre Hoch-achtung für die Gesandten des Herrn, ihre häufige,,Versammlungen, die öffentliche Ablesung der apo-stolischen Schriften in diesen Versammlungen, unddie häufige Versendung derselben an andere christlicheGemeinen, welche von den Aposteln selbst befohlenwurde; so wird man ohne Mühe begreifen, wennman nur ein halb unparteyisches Herz hat, daß diesegöttlichen Schriften sehr bald allgemeine und feyer-liche Zeugnisse der christlichen Religion geworden sey»müssen, und zum wenigsten den Jüden haben sehrbekannt seyn können.
Allein, die eigenhändigen Originale der apostoli-schen Schriften sind bald verloren gegangen: ja, esist sehr wahrscheinlich, daß sie schon im zweyten unddritten Jahrhunderte nicht mehr vorhanden gewesenSiehe sind. Denn obgleich Tertullian sich auf die aurhen,^aroners tischen Schriften der Apostel beruft, und unter die-diqkeltd"/' ^" authentischen Schriften die eigenhändigen Sri-evangcl. ginale derselben verstanden werden können: so kannGeschichte man doch mit mehr Wahrscheinlichkeit diese Stelle,->TH. iB. wie auch andere ähnliche Stellen der Kirchenväter2°° S. dieser Jahrhunderte von beglaubten Abschriften ver-stehen. Sind die Originale zeitig verloren worden:so darf man sich nicht darüber wundern, weil sie durchden öftern Gebrauch, so heilig sie auch aufbewahretwerden mochten, durch die öftere Vergleichung derAbschriften mit denselben, und durch tausend andereZufalle abgenützt, unbrauchbar gemacht, und zernich-tet werden mußten. Dieser Verlust der apostolischenHandschriften schadet der Religion nichts, und manhat gar keine Ursache, darüber zu klagen, weil un-streitig