Zweyter Abschnitt. Z89
streitig durch denselben sowohl Betrügereyen, als Ab-göltereyen, die sehr möglich waren, wenn sie erhal-ten wurden, verhindert worden sind. Man möchtenur wünschen, daß es den Reliquien der Heiligeneben so ergangen wäre»
Man kann theils in der Art, wie die Samm-lung der göttlichen Schriften des neuen Bundes er-'wachsen ist, theils in ihrer innerlichen Beschaffenheitsowohl deutliche Merkmaale ihrer Göttlichkeit, alsunleugbare Spuren der weisen Vorsehung Gottesbemerken. Kein Apostel berathschlagte mit dem an-'dern über die Verfassung einer göttlichen Offenba-rung. Jeder schrieb, wenn er schriftliche Zeugnisseder Religion für nöthig erachtete. Harten sie einegemeinschaftliche Abrede darüber genommen, oderwenn wir die Sprache der Ungläubigen einen Augen-blick in einer löblichen Absicht reden wollen, wärensie Betrüger gewesen: so würden sie gewiß eine ge-meinschaftliche Abrede über einen so wichtigen Theilihres Betrugs genommen haben, damit sie einanderselbst nicht etwa widersprechen möchten; sie würdenalle einerley Begebenheiten, und zwar ohne die ge-ringste Abweichung von einander, aufgezeichnet, siewürden nach dem Beyspiele der Philosor-ben einkunstreiches System ihrer Lehre verfertiget, u>w denChristen nicht die Mühe gemacht haben, dasselbeaus ihren verschiedenen Stellen zusammenzusuchen»Allein, Gott wollte, eS sollte auch nicht der gering-ste Schatten eines Betrugs bey der Offenbarung sei-nes Willens können wahrgenommen werden. Da-her erzählet ein Evangelist Begebenheiten, die ein an-derer ausläßt; einer erzählet sie weitlauftigcr, ein an-derer kürzer; dieser bindet sich strenger an die Ord-
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