Zweyte Abschnitt. M
durften. Sie waren in sich selbst groß genug, undbrauchten nicht von Menschen erhoben zu werden.
Man muß von den apostolischen Briefen eben sourtheilen, wenn man auf ihre Veranlassung sieht, ei-nigermaßen aber anders, wenn man ihre innere Be-schaffenheit erwagt. Ob sie gleich zusammen alleLehren, deren Wissenschaft uns zu unserer wahrenGlückseligkeit unentbehrlich ist, in sich fassen: so istdoch ein jeder, einzeln genommen, allezeit durch beson-dere Umstände und Bedürfnisse der neu gepflanztenGemeinen veranlasset worden. Dieser ist in der Ab-sicht geschrieben, die neu bekehrten Christen im Glau-ben zu starken; ein anderer, die Gemeine, an welcheer gerichtet ist, vor gewissen Irrthümern zu warnen;ein anderer, die Gemeine, welche er angeht, wegengroßer eingerisssner Laster zu bestrafen; einer klaretdiese, ein anderer jene große Wahrheit des Glaubensauf. Sieht man auf ihre innere Beschaffenheit, sc>sind sie in gewissen Stücken den evangelischen Ge-schichtbüchern ahnlich; in andern sind sie es nicht»Es leuchtet aus denselben eben der edle und göttlicbeCharakter hervor, den man in der gestimmten evan-gelischen Geschichte bewundert, mit dem Unre-schieoej.daß sie, weil es ihr Endzweck nothwendig machte, be-redter waren, als die Evangelia. Paulus , welcherviel menschliche Wissenschaft besaß, nützte sie für dieReligion auf eine Art, welche einem Gesandren desHerrn anstandig war, der von dem Geiste Gottesgetrieben wurde. Was für eine Starke im Schlies-sen! Was für eine männliche Veredtsamkeit! WaSfür ein Feuer, und für eine Kraft in seinen Ausdrü-cken! Was für ein Gedränge von Gedanken, die ihmnicht allemal Zeit lassen, auf einen ganj engen und
Bb 4 limst-