Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
392
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592 Geschichte der christlichen Religion.

kunstmäßigen Zusammenhang, auf eme methodischeVerbindung der Perioden, und auf die Erbeutunzkleiner grammatischen Schönheiten zu denken! Wasdie Berebtsamkeit eines Demosthenes und eines Ci-cero gesundes, wirklich erhabenes und männliches hat,das wird man ohneMühe in seinen göttlichen Schrif-ten finden, nur nicht den Putz und den falschen.Schimmer der Rhetorik. Und dem ungeachtet sieheman immer eine majestätische Einfalt aus seinenBriefen hervorblicken, wenn er auch noch so sehr inseine Materie entzückt ist, und Gedanken auf Gedan-kenleeren aufLehren aufhäufet; sie haben nicht mehrund nicht weniger wahre Beredtsamkeit, als Lehr-briefe haben können. Man findet den Charakter,den die evangelische Geschichte von dem Apostel Pe-trus entwirft, seinen Muth, seine feurige Gemüths-art und seinen ganzen Eifer in seinen Briefen, aberin was für einer erhabenen und göttlichen Verände-rung ! Eben der Petrus , welcher vordem mit andernJüngern Feuer auf die Samariter fallen lassen wollte,wenn Christus zugäbe, und bey der Gefangen-nehmung seines Erlösers unter die Feinde desselbenmit dem Schwerdte schlug, ermahnet mit dem feu-rigsten Eifer die Christen zur Geduld bey allen Läste-rungen und Verfolgungen der Heiden, so lebhaft erauch seinen Abscheu gegen die Verführer zum Lasterausdrücket! Und Johannes, > - - welch ein sanfterGeist! welch eine Menschenliebe! was für eine Zärt-lichkeit des Herzens! Wenn andere Apostel großenStrömen gleichen, die den Segen und Ueberflußganzer Lander von einem V>'lke zum andern führen:so gleicht er den stillen Bächen, welche Thälern undWiesen ihre Fruchtbarkeit geben. Ich rede von der

Ge-