Zweyter Abschnitt. 399
Da es nun durch alle Umstände, welche dieGlaubwürdigkeit eines Buches festsetzen oder ent-kräften können, klar und erwiesen ist, daß die apo-stolischen Sän-iften wirklich Schritten der Apostelsind; da die Wahrheit ihrer Erzählungen durch dasStillschweigen ihrer Feinde noch mehr bekräftigetwird, weil die Begebenheiten, die sie erzählen, ohneMühe hatten widerlegt werden können, und woferndiese Widersacker nicht zu schänden werden wollten,widerleget werden mußten, wenn sie sich nicht wirk-lich zugetragen hatten; zumal da fast alle göttlicheSchriften des neuen Bundes viele Jahre vor derZerstörung der Stadt Jerusalem aufgezeichnet wor-den sind: so kann man, wenn man alle diese histo-rischen Wahrheiten zusammen nimmt; die schon erwie-sene Göttlichkeit derselben noch aufmehr als eine Artfestsetzen. Man findet in den evangelischen Geschicht-büchern die deutlichsten Weissagungen von der Zer-störung Jerusalems , welche zu der Zeit, als siegeschrieben wurde, noch weit entfernt war. Hier is!ein offenbares Merkmaal ihrer Göttlichkeit! Das,was die Apostel erzahlt und gelehrt haben, das ha-ben sie auch mit Wundern bestätiget, welche keineendliche Kraft verrichten konnte. Endlich habensich diese Gesandten Gottes auch nicht geweigert,ihr Leben für die Wahrheit derer Begebenheiten, aufwelche sich ihre neue Lehre gründete, aufzuopfern»Nun möchte man wohl Menschen finden, die lieberihr Leben, als ihre Nleynungen verleugneten, ob-gleich solche Beyspiele sehr selten sind : aber manwird keinen Menschen finden, der zur Bestätigungerdichteter Begebenheiten, bey deren Erzählung ernicht den geringsten irdischen Vortheil finden konnte,
sein