Zweyter Abschnitt. 431
licher Verstand bey einer Stelle der Offenbarung den»ken könne, habe dabey gedacht wissen wollen.
Diese Betrachtung kann die Ueberzeugung beför-dern, daß die heiligen Schriften des neuen Testamentsgöttlich sind. Ihre innere Glaubwürdigkeit wirddurch die Reinigkeit und Göttlichkeit der Lehren, durchdie Erfüllung der Weißagungen des alten Bundes,durch die Wunder und Vorhersagungcn der Apostel,durch ihre Schreibart, und durch ihre Zeugnisse, daßsie der heilige Geist getrieben habe, bestätiget. DieSchriften, auf deren Ausspruch wir unsern Glaubengründen, haben wirklich die Apostel zu Urhebern.Diese göttlichen Manner haben sie geschrieben, undzwar zu einer Zeit, wo schon im Oriente sowohl alsim Occidente viele Gemeinen angeleget waren ; alsozu einer Zeit, wo die überall mündlich vorgetrageneLehre mit der schriftlich aufgezeichneten Lehre vergli-chen werden konnte; wo die zur Ausbreitung der Re-ligion nöthige Vervielfältigung der Abschriften ihrerGcschichtbücher und Briefe fehr leicht war; wo sowohl von den Freunden als von den Feinden JesuChristi noch Augenzeugen genug lebcten, deren Still-schweigen oder Zeugniß die Wahrheit der erzähltenBegebenheiten bekräftigen mußte, auf welche sich diechristliche Religion gründete. Einige apostolischeSchriften sind durch die ersten drey Jahrhunderteohne Widerspruch von den Rechtgläubigen und Irr-gläubigen theils für ächt und apostolisch, theils fürgöttlich erkläret und angenommen worden, und dieseWürde hat ihnen kein menschliches Ansehen, sondernihre eigene Beschaffenheit ertheilet. Einige apostoli-sche Schriften, welche nicht gleich in allen christlichenGemeinen so bekannt geworden sind, als die andern,
haben