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454 Geschichte der christlichen Religion.
chen, kann uns von dem großen Nutzen überzeugen,den die christliche Religion aus denselben gezogen hac.In dieser Absicht wollen wir die zehen großen heidni-schen Verfolgungen kurz beschreiben, um uns in denStand zu setzen, von ihren Ursachen, und vornehm-lich von ihrem Nutzen für die christliche Religion eingegründetes Urtheil zu fallen.
Die erste große Verfolgung erduldeten dieBeken-ner Jesu Christi unter dem Nero. Die heidnischenGeschichtschreiber machen uns von diesem Kaiser einenso schandlichen Charakter, daß überfeine Grausamkeitgegen die Christen keine Verwunderung entstehenkann. Die nächste Veranlassung zu dieser Verfolgungwar seine Sorge, den Haß der Römer, welchen ersich durch die ihn selbst veranstaltete Verbrennung derStadt Rom zugezogen hatte, von sich wcgzuwälzenund auf die Christen zu bringen. Er glaubte, daß ersich so wohl bey den römischen Priestern, als auch beyden abgöttischen Römern, durch die Verfolgung einerReligion angenehm machen würde, welche so vieletausend Menschen bewog, den Dienst der Götzen zuverlassen, und ihre abergläubische Verehrung zuT'-ic/,. «»- verwerfen. Und er betrog sich nicht in dieser Hoffnung,/./s.c-.^. wc-il man die Christen als Menschen ansah, welche' die ganze Welt hasteten. Man bemächtigte sich ihrer,und unter dem Vorwande einer bey der peinlichen Fra-ge geschehenen Aussage, daß sie Rom angezündethätten, ward eine allgemeine Ausrottung derselbenanbefohlen. Außer den gewöhnlichen Todesstrafen-/>. der Enthauptung und Kreuzigung wurden sehr viele,^""/" ^-zur Befriedigung der Schauspiellust und Unmenschlich-^ keit dieses Kaisers, an Pfäle befestiget, mit Pech überstri-
chen, und in den kaiserlichen Garten bey seinen nacht-lichen
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