Zweyter Abschnitt. 455
lichm Wettrennen statt der gewöhnlichen Pechfackelnangezündet. Andre Christen wurden in Thierhäuteeingenähet, und von den darauf losgelassenen Hundenzerrissen. Diese Verfolgung wülhete besonders in Rom und Italien , und es ist wahrscheinlich, daß sie mehrdurch unmittelbare Befehle des Tyrannen, als durcheigentliche Gesetze geboten worden sey. Die Heidenselbst sind es, denen wir diese Nachrichten zu dankenhaben; denn von den erste«, Christen sind lins außereinigen Stellen in dem Hirten des Hermas, dieHieher etwa gezogen werden könnten, keine umständlicheErzählungen dieser heftigen Verfolgung überliefertworden. Die Märtyrer, die man namentlich in dieseZeit setzt, sind ungewiß; und vermuthlich hat man inden spätern Jahrhunderten sie in die Zeit dieser Ver-folgung bloß darum gesetzt, weil man keine gewisseEpoche ihres MartyrerthumeS angeben konnte.
Diese Verfolguug, welche im Anfange so M 5^o».v/,.wüthete, und den Apostel Petrus durch die Kreuzigung, A"^"'und den Apostel Paulus durch das Schmerdt hinriß, ^ ' ' ^'nahm gegen das Ende der Regierung dieses Tyrannenob, und nach seinem Tode hatten die Christen so lan-I. ^i.^ ^ge Ruhe, bisDomitian, ein eben so lasterhafter Ty- A^A^n.rann, als Nero, dem Beyspiele desselben folgte.Dieser Wütherich hatte einen argwöhnischen Haß über-haupt gegen alle Tugendhafte, und da er aus demTribute, welchen nicht allein die Jüden, sondern auchdie Christen erlegen mußten, weil sie mit jenen wegender Lehre, daß nur ein Gott sey, vermengt wurden,die schnelle Ausbreitung des Christenthums wahr-nahm : so befahl er die Ausrottung seiner Bekenncrdurch öffentliche Gesetze, wenn man einem Orosmsund Sulpitius Severus glauben will. Viele Christen
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