456 Geschichte der christlichen Religion.
wurden umgebracht, und andre ins Elend verwiesen.Dis. unter de„ xrstm war Flavius Clemens, der Consulvon Rom , welcher selbst die Schwestertochter desKaisers zur Ehe hatte. Er wurde, nach des DioBerichte, bloß unter dem Vorwandeder Gottesleug-nung, des angenommenen JudenthumcS, und einerverachnmgswürdigen Trägheit; denn dieses warendazumal die gewöhnlichsten Beschuldigungen widerdie Christen, hingerichtet; seine Gemahlinn aber allerihrer Güter beraubt und ins Elend verwiesen. DerEvangelist, Johannes , wurde in dieser Verfolgungauf die Insel Patmus vertrieben, nachdem er vorheraus dem siedenden Qele; worein ihn seine Verfolgergeworfen haben sollen, auf eine wunderbare Weiseerrettet morden war. Termllian ist der einzige, derdiise sonderbare Begebenheit meldet. Es ist auchandem, das; es bey den Römern keine gewöhnlicheStrafe war, Missethäter in siedendes Oel zu werfen.Aber war es denn eine gewöhnliche Strafe, die Mis-sethäter mit Pech zu bestreichen und als Fackeln an-zünde» zu lassen? Und ist allezeit eine Begebenheitfalsch, wenn sie nur von einem Schriftsteller schriftlichckm. ?/>. ausgezeichnet wird? Clen»ens von Rom sagte von/?^c,'o?-. c.5 dieser Verfolgung, daß man schon eine große Mengeder Auserwähltcn gesehen hätte, welche auf Veranlas-sung des Neides den größten Martern ausgesetzt, undandern ein Exempel geworden wären, weil sie sichdurch nichts abschrecken lassen, den Exempeln derApostel, Petri und Pauli zu folgen. Selbst Wei-ber hätten die schrecklichsten Martern ausgestanden,ohne von ihren schwachen Körpern daran verhindertzu werden. Die ersten Christen waren so sehr mitder Ausbreitung der wahren Religion beschäffriget, daß
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