Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
468
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468 Geschichte der christlichen Religion.

Thiere, welche die Christen zerrissen, eiserne glühen-de Stühle, Peitschen mit Stacheln besetzt, und an-dre Marterinstrumente, welche die Grausamkeit derMenschen nur erfinden kann, waren die gewöhnlich-sten Schauspiele der Abgötter. Man wollte die Mär-tyrer nicht tödten, sondern ihre Geduld ermüdenund sie überwinden. Die Anzahl derer, die ihr Le-ben für die Religion aufopferten, ob gleich die Ver-folgung in ihrer größten Heftigkeit nur ein Jahrdauerte, ist unglaublich. Viele Christen wurden ver-bannt, oder entwichen selbst. Allein die Lehrer undKirchenbedienten durften ohne Vorwissen und Verlan-gen der Gemeinen sich nicht durch die Flucht retten.Cypriai'.us, dieser berühmte Bischof von Carthago,mußte sich zwey Jahre verborgen halten, weil dasVolk öffentlich verlangete, daß er den Löwen vorge-worfen werden sollte. Fabianus , der Bischof inRom , wurde gleich im Anfange der Verfolgung hin-gerichtet. Alexander von Jerusalem starb im Gefäng-nisse ; Babylas in Ketten. In Smyrna wurdenPionius , ein angesehener Presbyter, Aselepiades undSabina nach vielen ausgestandenen Martern ver-brcuint. In Carlhago starb MappalicuS auf derFol-ter, Paulus gleich nach erlittener Peinigung, Bassusim Gefängnisse. Cyprian nennet deren, die ihr Lebenim Kerker verlieren mußten, noch vierzehn. In Alex-andrien wurden zwanzig Christen, deren Namendie Zeit erhalten hat, theils mit dem Schwerdte,theils mit dem Feuer hingerichtet, nachdem sie vorhertausend Foltern ausgehalten hatten. Unter den asia-tischen Märtyrern sind die berühmtesten Maximus,der, nachdem er sich als einen Christen angegeben unddeswegen viele Schläge und Foltern ausgestanden

hatte,