474 Geschichte der christliche« Religion.
gewöhnlichen Foltern wurde vielen, nachdem sie wundgegeißelt, oder mit eisernen Haken zerfleischet wordenwaren, Eßig und Salz in die Wunden gegossen undgerieben; andere wurden auf Kohlen geleget; anderemit Bränden verbrannt, kalt Wasser zu trinken ge-nöthiget ; und oft bespritzet, damit sie die Marterndesto länger ausstehen möchten. Andern wurden zu-gespitzte Hölzer unter die Nägel getrieben; anderetropfenweise mit zerlassenem Bley begossen. In/. 5. Phrygien , wurde eine ganze Stadt mit ihren Ein-t, wohnern verbrannt, weil sich keiner von ihnen zum
Opfern verstehen wollte. Die Verfolgung wütheteüberall; nur in Gallien hatten die Christen einige Ru-he, weil der Cäsar Constantius daselbst zu befehlenhatte. Nachdem das römische Reich unter dem Con-stantius , unter den Galeriuö, Severus und Mari-minus getheilet worden war, minderte sich die Wuthder Verfolger im Occidente. Allein im Oriente ver-mehrte sie sich unter dem Marimin und Galer, wel-cher neue Verordnungen bekannt machete, die Chri-sten aufzusuchen und mit allen ersinnlichen Marternzu quälen. Die Gö.tzenpriester wurden deswegen zuöffentlichen Aufsehern verordnet. Eine große Anzahlder Glaubigen, wurde zur Leibeigenschaft verdammet.Die Verfolger wurden endlich müde, ohne Aufhörenzu würgen, und beraubten nunmehr die Christen bloßihrer Nasen und Ohren, und hieben ihnen eine Handab. Gemeiniglich aber wurde ihnen das rechte Augeausgestochen, und der linke Fuß gelähmer. Vielewurden zu den Metallgruben verdammet. Alle Eß-waaren wurden den Götzen gewidmet; auf den Stras-sen Bilder und Altäre aufgerichtet, und an den Tho-ren und an allen Bädern Wächter aufgestellet, die
heim-