476 Geschichte der christlichen Religion.
daraus weggelassen, oder als unzuverläßig angegebenworden, damit sie eine strenge historische Prüfungaushalten könne. Man wird daraus sehen, daß dieNeigung zur Abgötterei) allezeit die vornehmste Ürsa-G-Boßo. che dieser Verfolgungen gewesen sey. Boßvet hatEinl. iTH. die Ursachen, warum die Welt den Götzendienst nichti" ^ fallen lassen wollte, umständlich aus einander gewi--von denck^lt. Alle Leidenschaften der Menscken, der Ehrgeiz,Ursachen die Wollust, der Eigennuß unzahlbarer Menschender Mgöt-und alle Sinnen, verloren bey dem Falle der Abgöt-terei), terey. Die letzten Verfolgungen, wo man keine Mar-tern unversuchet ließ, die Glaubigen zum Abfalle undzum Opfern zu zwingen, machet solches unstreitig.Darum hießen die Christen Gottesleugner; darumwurden sie des Menschenhasses beschuldiget; darumwurden ihnen alle öffentliche und allgemeine Land-plagen zur Last geleget.
Mit allen diesen Ursachen vereinigten sich freylichnoch andere, die aber nicht unter die vornehmsten zurechnen sind. Die Christen wurden im Anfange mitden Juden vermenget. Die gnostischcn Secten brach-ten die Kirche durch ihre lasterhafte Sittenlehre in ei-neil Ruf, welcher auch die heiligsten Bekenner derwahren Religion Jesu Christi verdächtig und verhaßtmachte. Die rechtgläubigsten Christen selbst warennicht allezeit vorsichtig genug, und ließen sich oft voneinem unzcitigen Eifer wider die heidnische Religionhinreißen.
Aber was für Widersprüche unter den Verfolgernder Christen! Ein Marcus Aurelius ließ sie quälen undverfolgen, weil er ein Feind der Zauberkünste war undalle Weißagungen des Zukünftigen hassete, die Christenaber von den damaligen Philosophen für Zauberer
aus-