Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
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492 Geschichte der christlichen Religion.

sellgkeit darzu zu nöthigen, und auf den rechten Wegzurück zu bringen, wenn sie davon abgewichen waren.Nur die christliche Religion sollte den Vorzug haben,der allen Religionen, der falschen, und der wahrenmangelte. Man kann ihre ersten Lehrer lind Beken-ner gewiß nicht beschuldigen, daß sie unrechtmäßigeKünste gebraucht hatten, sie auszubreiten. Ein Numamuß zugleich die oberste Gewalt in seinen Handen ha-ben , wenn seinen Unterredungen mit der Aegeria ge-glaubt werden sollte. Hier bestätiget die Gewalt diefalsche Religion, und die falsche Religion die Gewalt.Dadurch wird sie ein Kapzaum des Pöbels. Derchristlichen Religion kann dieser Vorwurf nicht ge-macht werden. Denn sie findet" nicht einmal bey derObrigkeit Duldung und Schutz. Die unumschränk-te Gewalt und die falsche Religion mit allen mensch-lichen Leidenschaften empören sich wider sie ; ihreBekenner sind ehrlos, untüchtig zu allen Ehrcnstel-len, und selbst wenn sie noch die ruhigsten Zeiten ha-ben, des Lebens verlustig, so bald sie als Christenangeklagt werden. Sie werden bey vielen Tausen-den erwürgt. Die christliche Religion kann also kei-ne menschliche Erfindung und weder von der Gewaltder Obrigkeit, noch von den Betrügereyen der Priestereingeführet worden seyn. So groß ist also derNutzen der Verfolgungen für dieReligion!

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