Zweyter Abschnitt. 495
würdiger, als den andern. Man war das Blut»zeugniß Gott schuldig; es war nicht verdienstlich.Wenn Gott nicht alle Bekenner des Namens JesuChristi in die Umstände setzte, in welchen sie für seineEhre leiden mußten : so wurde doch von allen wah-ren Gläubigen gefodert und vorauSgeseßt, daß siedazu bereit und entschlossen seyn sollten. Paulus zähl-te daher die Leiden, die uns das Bekenntniß derWahrheit zuziehen kann, zu dem Kampfe, zu wel-chem alle Christen verordnet sind. Daher durfte sichkeiner, der diese Schuldigkeit gegen seinen Heilanderfüllet?, wenn sich ihm die Gelegenheit dazu anbot,vor andern Christen einen Vorzug anzumaßen, denenzur Erfüllung ihrer Schuldigkeit vor Gott keine Gele-genheit gegeben wurde. Und cbin deswegen forderteder Apostel von den Christen gegen die Märtyrer keine Hebr. 12,1.andern Gesinnungen, als eine aufrichtige Liebe, eineernstliche Begierde, ihrem Beyspiele nachzufolgen,wenn es Gott gefallen wollte, diese Nachfolge vonihnen zu fodern, und die Sorgfalt, auf eine anstan-dige Weise ihr Andenken zu erhalten. Man leisteteihnen, so lange sie lebten alle Hülfe, durch welcheihre Bedrängnisse erleichtert werden konnten; dieganze hicrosolymitanische Gemeine bethete für den Apo- Apostclg.stel Petrus , als ihn Herodes ins Gefängniß geworfen 12,5.hatte und hinrichten lassen wollte; und wenn einChrist sein Leben um der Religion willen verlorenhatte: so betrauerte man diesen Verlust, und sorgtefür sein Begräbniß, wofern man von den Verfol-gern nicht daran gehindert wurde. Darinnen bestundalle Ehre, die man ihren Reliquien erwies.
StephanuS war der erste, der sein Blut für dieReligion vergoß. Wie sehr waren die Gläubigen
durch