496 Geschichte der christlichen Religion.
durch seine Standhaftigkeit, und seine Liebe gegen sei-ne Verfolger gerühret und erbauet worden ! Er ver-Apostelg. diente beweint zu werden. Gottessürciyrige be-9,z. gruben ihn und trugen viel Leid über ihn.Das war alle Ehre, die man seinen Reliquien erwies.Sie war der edlen Einfalt der ersten Glaubigen voll-kommen anstandig. Erst im vierten Jahrhunderteverstund ein Hieronymus, der nicht von allem Aber-glaube!, frey war, unter dem grosien Leidtragen//->»-o»^». über den Stephanus ein feyerliches ieichenbegäng-t/>. -s. , »iß, das unter einem starken Gefolge von Christen ge-pÄ, 5,e/>5. halten worden styn sollte. Im fünften Jahrhunderte/>. rühmte sich ein Presbyter von Jerusalem , Lucian,ihm vom Gamaliel das Grab des Stephanus^>o^ tt/^ ^"^'^ Traume entdeckt worden wäre. Seit der^vv. " fiengen die Gebeine dieses Heiligen erst an, Wun-
der zu thun. In den ersten drey christlichen Jahr-hunderten verhielten sie sich ruhig, wo doch die ver-folgte Kirche, wenn sie eine wunderthätige Kraft be-saßen, die meisten Vortheile von ihnen erhalten konnte.Gamaliel, welchen dieser Lucian zu einem Chri-sten macht, wollte die Gebeine dieses Märtyrers undseine eigenen nicht länger in einem eingefallenen Gra-be ruhen lassen. Ist es nicht wunderbar, daß dieserHeilige nach vier Jahrhunderten erst so eitel wird,und dem Stephanus eine Ehre erweist, um die er sichnicht bekümmerte, weil die Erde überall, und alsoauch dieses eingefallene Grabmaal des Herrn ist?
Hatten die ersten Christen die Leichname derer,welche die Wahrheit mit ihrem Tode bekräftiget har-ten , dem Schooße der Erden anvertrauet: so beküm-merten sie sich nicht weiter um dasjenige, was ihnenwiederfahren konnte. Wsnn sie ihr Andenken erhiel-