498 Geschichte der christlichen Religion.
die sie in den spätern Zeiten erst annahm ! Wer hättesie wohl um dieses Denkmaal der Religion benei-det ? Weder der Jude noch der Heide hätte sich eiiumal eingebildet, daß sie dasselbe aufbehalten würden.Allein sie bekümmerten sich weder um sein Kreuz, nochum sein Grab. Die Evangelisten erzählen wohl,daß man sein Grab besucht habe, als man noch ver-muthete, daß er noch darinn liegen würde; aber kei-ner sagt, daß es nachher besucht, und verehret wor-j?/tt-o«. den sey. Hundert Jahre waren seit dem Tode desZ7> Erlösers weggegangen, als Hadrian an die Stelle wovordem in Jerusalem der Tempel gestanden hatte,dem Jupiter Capitolinus einen Tempel bauen, undüber das Thor der neuen Stadt, Aclia, die er nahebey dem zerstörten Jerusalem anlegte, ein Schweineingraben ließ, sie den Jüdcn, deren Neigung er ge-gen diese Stadt kannte, völlig zum Gräuel zu mache».Dieses Bild und Jupiters Tempel in Jerusalem reize-ten die Jüden zum Aufruhre. Damals führete ebendieser Hadrian über dem Grabe Jesu Christi eineBildsäule und einen Tempel der Venus auf. DieChristen waren weifer als die Juden, ungeachtet dasGrab ihres Erlösers so öffentlich entweihet wurde.Man findet nicht einmal, daß sie sich darüber beklagthatten, daß das Grab des Weltheilandes, und ver-wuthlich sein Kreuz; denn man glaubt, daß es Jo-seph von Arimathia in dasselbe gelegt habe; zumGrunde eines Tempels dienen mußte, welcher derschändlichsten unter allen heidnischen Gottheiten zuEhren aufgeführet wurde. Man liefet nirgends,daß sie sich auch nur die geringste Mühe gegeben hat-ten , zum wenigsten dieses so kostbare Kreuz vor demBau aus dem Grabe hinweg zu bringen. Es ist da