Zweyter Abschnitt. 5^5
das Ende des dritten Jahrhundertes die Ehrfurchtgegm sie, nur noch wenig Schritte vom Aberglaubenentfernet war.
Man fieng im zweyten und dritten Jahrhundertean, tem Märtyrerthumc übertriebene Lobsprüche zuertheilen, und die Christen dadurch zu falschen Vor-stellungen von demselben zu verleiten. Man führtedadurch die falsche Meynung ein, daß das Märtyrer-thum nicht bloß eine Schuldigkeit, sondern eine ver-dienstliche Handlung wäre. Wir haben schon gese- S. die M-hen, daß Terrull-an den Marcyrertod einen handl.vo«Schlüssel zum Himmel genannt- habe. Eben dieser M^^'Lehrer drückte sich vom Märtyrerthume so aus, als welche diewenn er dasselbe für ein Mittel wider die Sünde und Streitig-den Tod hielte. Mie kann der Mensch sich rvei-keiten un-gern, sagteer, für seine Seligkeit zu sterben,werdenda er doch b^c srerben wollen, um verlohren ^'^'1.,zu geben ^ Er machte eine Anspielung auf den er- ha-sten Menschen, dem Gott ein hinlängliches Mittel ciget ha-gegeben hatte, die Unsterblichkeit zu erhalten, derben,aber lieber von der Frucht des vcrbotnen Baumes hat-- L^»"-?-^-te essen und also ewig sterben wollen. Wider diesesUebel hatte Gott nach seiner Meynung den Märtyrer- 7^-,«//^'tod, als ein Mittel verordnet. Man nahm , in- 5c-»-/'.dem man für die Ehre Gottes starb, dem Tode seinen ^ 7»Stachel, man entkräftete sein Gift, und man erlang-te die Seligkeit. Er verglich darauf die Christenmit Kämpfen,. Der Kämpfer beklaget sich nicht,weil er gekrönet wird; der Sicgeskranz schließt dieWunden; der Palmzweig bedecket das Blut; manerhalt mehr Ruhm als Streiche. Tertullian sagte,daß Gott , als er die Schwachheiten der menschlichenNatur, die Nachstellungen des Satans, und die
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