Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
506
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5^6 Geschichte der christlichen Religion.

Verführungen der Menschen vorhergesehen hatte,welche den Glaubigen in die Gefahr des Rückfallesbringen könnten, wider alle diese Uebel das Märty-rerthum als ein hinlängliches Mittel verordnet hätte.

Terrullian sprach als ein Redner, der sich nichtbekümmert, ob seine Ausdrücke bestimmt genug sind,wenn sie nur etwas wahres begreifen. Folgen undWirkungen sind ihm einerley. Die Seligkeit ist dieFolg,.' eines gläubigen Märtyrertodes , und er redetvon dieser Belohnung, als wenn sie eine XVirkungdesselben wäre.

Der Märtyrertod kann eine Taufe genannt wer-den, obgleich in einem ganz andern Verstände, alsc. 7. Wasscrtaufc. Terrullian nennet ihn eine Taufe,die sicherer sey, als die andere. Denn da diese dieMöglichkeit, die durch sie ertheilte Gnade wieder zuverlieren, nicht aufhebet: so sehet uns jene, indemsie uns zu Gott bringt, aus aller Gefahr zu sündi-0,?F.gen. (Z>nc?enes beehret das Märtnrerrhum ausähnlichen Gründen, mit eben diesem Namen. Al-lein Lypri'.'.n, der größte Lobredner des Märtyrer-H-/-?-. «.thums, übertreibt diesen Lobspruch. Er erhebt dieA"?' Vluttaufe wn't über das heilige Sacrament derWassertaufe hinweg. Er saget, daß es viel größer an' Gnade, weit wichtiger wegen seiner Kraft und Ge-walt , und weit theurer wegen der damit verknüpftenEhre sey. Er giebt sechs Vorzüge von dieser Taufean. Er machet bey derselben die Engel zu Täufern.Er läßt sich Gott, und Jesum Christum seinen Sohndarüber freuen. Man sündiget nicht mehr, wennman sie empfangen hat. Sie machet den Glaubenvollkommen. Sie vereiniget uns gleich mit Gott,indem wir aus der Welt weggehen. Da man in der

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