Gefthichte der christlichen Religion.
Menge derer, welche die Bekenner in ihren Gefäng-nissen besuchten, war so stark, daß er befürchtete, dieHeiden möchten darüber eifersüchtig werden. Er er-mahnete daher seine Gemeine, sich zu mäßigen, da-mit sie nicht alles verlöhre, wenn sie allzu unersättlichwäre.
Man schätzte sich für sehr glückselig, wenn man ei-H'/»'.e/'.<5. nige Zeit in ihrer Gesellschaft zubringen konnte. Cy,prian wünschte sich, ihrer Gegenwart genießen,den Mund der Bekenner küssen, und ihr Gefängnißsehen zu dürfen ! glückliches Gefängniß, rief eraus, das ihre Gegenwart ehret! d) ihr Fimsternisse, die ihr heiler als die Sonne, und gläwzender, als das Lichr seyd! Glücklich gedun-deno Füße, die ihr eure Schritte nach dem pa»radiese hinrichtet. (!) glücklich gefesselte Füße,die durch den Herrn aufgelöset werden sollen!Eine von den Ursachen , warum Tertullian die Ehe2-einer Christinn mit einem Ungläubigen widerrieth,war daher genommen, daß eine solche Frau den nächt-lichen Zusammenkünften der Christen , und der Eu-charisiie nicht beywohnen, und sich nicht zu den Füs-sen der Märtyrer hinwerfen und ihre Bande küssenkönnte. Dieser Eifer gieng so weit, daß die Christensich von den heidnischen Wachen die Freyheit erkauf-fen, die Nacht mit den Märtyrern hinzubringen.Man hielt darinnen Mahlzeiten der Liebe; man genoßda> innen das Abendmahl, und verkürzte die Zeit mitheiligen Gesprächen.
Die Ehrfurcht der Christen gegen die Märtyrergieng zu Cyorians Ze'ten noch weiter. Die Mit-glieder der Kirche hatten eine sehr strenge Kirchen-licht unter sich eingeführet. Die Oüßenden, wel-che